Na, ich komme immer auf komische Ideen… erst etwas gründen, jetzt einen VHS-Kurs leiten… aber sind wir mal ehrlich:
Originell ist es allemal. Aber der Reihe nach. Ein Artikel über Rhetorik, Freude und Selbstbewusstsein.
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Zugegeben, mein Artikel über die Gründung von irgendetwas hatte in der Umsetzung so seine Tücken. Die gibt es auch bei meiner
heutigen Empfehlung. Es kommt eben drauf an, wie man das Ganze sieht:
Als unüberwindbarer Scherbenhaufen oder als Herausforderung, die man in kleine Häppchen aufteilt und Schritt für Schritt löst?
Einen VHS-Kurs zu leiten ist eine Herausforderung, die nicht von Jedermann bewältigt werden kann.
Fachkenntnisse, Redegewandtheit, Selbstvertrauen und die Motivation, anderen Leuten etwas beizubringen, stehen im
Anforderungsprofil des Dozenten an den ersten Stellen.
Doch: Man wächst an seinen Aufgaben. Übung macht den Meister: Viele VHS-Dozenten machen das “nebenbei” und
hauptberuflich etwas ganz anderes. Und wenn euch in der Schule oder an der Uni bereits das Referate halten
Spaß gemacht hat, steht dem Nebenverdienst eigentlich nichts mehr im Wege.

Leite einen Volkshochschulkurs
Ich habe mal ein kleines Tutorial erstellt, wie man an das Leiten eines VHS-Kurses herangehen kann:
1. Bringe ich die Voraussetzungen mit?
Man sollte sich vor Augen halten, dass man das Ganze nicht des Geldes wegen angehen sollte, sondern aus Spaß daran,
anderen Menschen etwas zu lehren oder beizubringen. Fachkenntnis hört sich streng an, man muss als
Dozent kein Professor sein, sondern Spaß am Thema und Begeisterung beim Vermitteln zeigen. Geduld
gehört natürlich auch dazu: Wer für Senioren einen Computerkurs leitet muss davon ausgehen, dass manche Teilnehmer
zum ersten Mal eine Computermaus in der Hand halten: Dementsprechend ausdauernd sollte der Leitende sein. Redegewandtheit hört sich größer an, als es gemeint ist: Die Teilnehmer bezahlen Geld um etwas zu lernen und nicht, um unterhalten zu werden.
Der Vortragsstil des Dozenten ist zwar wichtig, eine gesunde Portion Humor etwa hat noch keinem Vortragendem
geschadet, ebensowenig wie ein gewisses Maß der Schlagfertigkeit (siehe mein Artikel Schlagfertigkeit trainieren!) Wer aber kein Redner vor dem Herrn ist muss keine Angst haben, vor verschlossenen Türen zu stehen.
Die VHS sucht immer begeisterte Dozenten.
2. Welches Thema kann ich wählen?
Prinzipiell ist alles möglich. In Großstädten ist die Auswahl natürlich noch größer als in kleineren Städten. Einen Eindruck
verschaffen die VHS-Internetpräsenzen der einzelnen Städte, hier kann man sich bequem durch den Katalog klicken und einmal
schauen, was alles angeboten wird.
Denkt nach: Was könnt ihr besonders gut? Was würdet ihr gerne vermitteln?
Denkbar und beliebt sind
- Handwerklichkeiten wie Stricken, Nähen, Hämmern, Bauen, Basteln, Reparieren…
- neue Medien: Computerkurse, Internetkurse, Programmieren, Webseiten erstellen
- Kreatives: Irgendetwas erstellen, bauen, kreiern, entwickeln (Gesellschaftsspiele, Konzepte, Grafiken,…)
3. Das Thema vorbereiten
Wenn es etwas gibt, das euch einfällt, klappert die örtlichen und anliegenden Volkshochschulen im Internet ab und schaut nach,
ob es bereits Angebote gibt. Lasst euch nicht abschrecken, wenn die Themen schon vergeben sind!
Manchmal suchen Schulen für das nächste Semester neue Dozenten oder die bisher eingesetzten Dozenten sind froh,
wenn der Fachbereich Nachwuchs bekommt und geben Themen gerne ab.
Macht euch als Nächstes Gedanken über ein Konzept: Wie soll ein Kurs aussehen? Wie hoch ist der Praxis-,
wie hoch der Theorieanteil? Was wird in beiden Teilen jeweils geboten? PowerPoint Präsentation? Reiner Redevortrag
mit Flipchart und Tafeln? Wird ein/mehrere Film(e) gezeigt?
Ein Näh- und Strickkurs wird ohne Powerpointpräsentation auskommen, während eben eine solche Präsentation
das Erlernen der Programmiersprache immens erleichtern kann.
Ist das grobe Konzept erdacht, kann man sich auch über das Feintuning Gedanken machen:
- Wie lange sollte ein Kurs gehen? Wie viele Stunden, an wie vielen Tagen, welche Regelmäßigkeit?
- Welche Teilnehmerzahl ist sinnvoll?
- Was müssten die Teilnehmer mitbringen an Fähigkeiten oder Materalien? Was ist Voraussetzung?
- etc…
All die Überlegungen muss man nun ordnen. Hilfreich ist auch das Gespräch mit einem guten Freund oder Bekannten,
der das Ganze mal überfliegt und sagt, was vielleicht noch rein könnte und was unnötig ist.
Die geordneten Gedanken – ja das fertige Konzept sozusagen – kann nun verschriftlicht und in einem PDF-Dokument
festgehalten werden. Zudem sollte man es ausdrucken.
4. An die VHS herantreten
Jetzt kommt der Part, den man auch an die erste Stellen packen könnte; generell ist das Ganze natürlich kein verbindlicher
Leitfaden sondern eine Empfehlung der Vorgehensweise aus meiner Erfahrung.
Tretet jetzt an die VHS heran – aus eurer Heimstadt, aber auch aus den benachbarten Städten!
Vielleicht erst per Mail (gleiche Mail an alle Schulen) und erst, wenn sich nichts tut, telefonisch.
Am Besten spricht man gleich mit dem jeweiligen Fachleiter.
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Wenn Bedarf und Interesse seitens der VHS besteht, gibt es meist ein kleines Vorstellungsgespräch. Keine Angst!
Hier geht es nicht um den Job eures Lebens sondern eher um ein Kennen lernen. Ihr könnt den Vertreter der Schule fragen – und
er wird euch fragen, warum gerade ihr qualifiziert seid, einen Kurs zu leiten. In der Regel muss man aber nichts besonderes
vorweisen können, sondern eher die Begeisterung vermitteln, was ihr allein schon mit Ausarbeitung eures Konzeptes bewiesen habt.
5. Viel Erfolg!
Es ist ein netter Nebenverdienst, man lernt neue Leute kennen (andere Dozenten, Teilnehmer), man schult sich rhetorisch, tankt Selbstbewusstsein und Power und kann nebenbei mit einem weiteren interessanten Hobby auftrumpfen – bei den Frauen
Quelle Bild oben: pixelio / hofschlaeger

wow – krasse Idee! Hätte ich jetzt nicht mit gerechnet… für mich persönlich wär es zwar nichts, kann mir aber vorstellen, dass in dem ein oder anderen stillen Wässerchen ein Lehrtalent verborgen liegt – auf jeden Fall weiterempfehlenswert!